ETF Fragen

ETF oder ETFs sind so genannte Exchange-tradet Funds (börsengehandelte Fonds). Sie bilden einen Korb an Wertpapieren (Aktien, Anleihen, Rohstoffe) ab. Meist liegt dieser Korb in Form eines Index bereits vor und wird durch dieses Instrument lediglich nachgebildet. Das Anlegen in ETFs habe ich bereits im gleichnamigen Artikel Anlegen in ETFs ausführlich dargelegt. An dieser Stelle widme ich mich einigen immer wieder auftretenden Fragen zum Instrument ETF.

Kauf und Verkauf eines ETF

Für den Kauf und Verkauf eines ETF gelten die gleichen Regeln wie für andere Wertpapiere. Über eine Bank oder einen Online-Broker kann ein ETF bequem durch Eingabe der entsprechenden Wertpapierkennnummer (WKN) und der Stückzahl geordert werden. Direkt an der Börse oder über den dort zuständigen Makler wird die Transaktion anschließend umgesetzt und der ETF (bzw. dessen Anteile) in Ihr Depot übertragen. Ein späterer Verkauf ist synonym innerhalb der entsprechenden Handelszeiten möglich.

Handelsvolumen des ETF

Das Handelsvolumen an der Börse ist nicht maßgeblich für die Ausführung einer Order. Anders als bei einer Aktie stellt ein Makler hier ständige Kauf- und Verkaufskurse für Privatanleger und sorgt damit für Liquidität. Institutionelle Anleger handeln indessen ganze ETF-Pakete außerbörslich (OTC = over the counter). Schätzungen zufolge wird im Marktsegment ETF etwa 50 Prozent des Umsatzes außerbörslich vollzogen. Dies können Sie mit einem Online-Broker ebenso im „Direkthandel“ vollziehen.

Kosten und Spread im ETF

Angelehnt an die erste Antwort sind die Kosten für den Kauf und Verkauf beim ETF direkt mit denen anderer Wertpapiere zu vergleichen. Oft wird der Spread als weiterer Kostenfaktor herangezogen. Er definiert sich durch die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und richtet sich letztlich nach der Liquidität des dem ETF zugrunde liegenden Marktes. Der Emittent des ETF muss sich jederzeit absichern (hedgen) können. Dadurch steigt der Spread an. Parallel dazu ist der Makler an der Börse zu einer Mindest-Liquidität verpflichtet und kann diese nicht fortwährend zu engen Spreads garantieren. Besondern in „Randmärkten“ oder umsatzschwachen Marktphasen führt dies zu einer Spread-Ausweitung. Bei einem ETF auf den DAX hingegen gibt es keine Probleme zu befürchten. Sie können dies mittels Limit-Order ein wenig relativieren.

Aktives oder Passives Management?

Es gibt prinzipiell beide Arten des Managements beim Instrument ETF. Per Definition ist der ETF zwar ein passives Instrument, welches Marktsegmente oder eingangs beschriebene Körbe nachbilden soll, durch ständige Änderungen wäre der Emittent jedoch damit zu einem dauerhaften Hedging verpflichtet. Da dies sehr unpraktisch ist und zudem die Vereinnahmung von Dividenden für den ETF-Inhaber zu aufwendigen Steuerberechnungen führt, wird davon abstrahiert. Realistischer ist daher ein Intervall-Hedging und die Abbildung von Aktien mittels Derivaten am Tag einer Dividende. Legt man diese praktischen Erkenntnisse zu Grunde, ist vom Prinzip her jeder ETF aktiv gemanaged.

Full-Replication?

Mit Full-Replication ist die exakte Nachbildung eines Indizes oder Korbes gemeint. Im ETF eines großen Aktienindex sind somit alle Einzeltitel exakt mit der entsprechenden Gewichtung vertreten. Dies ist jedoch die Minderheit aller am Markt befindlichen ETF-Produkte. Attraktiver und kosteneffizienter ist die Nachbildung mittels Swaps und/oder lediglich die repräsentative Nachbildung eines Index. Im Extremfall ist hier jedoch ein Risiko versteckt.

Risiko im ETF

Ein Swap-basierter ETF ist riskanter als ein Full-Replication ETF. Rechtlich gilt ein ETF als Sondervermögen und ist somit losgelöst von Zahlungsansprüchen an den Anbieter. Wird über einen Swap jedoch eine Inhaberschuldverschreibung in das Portfolio übernommen, ist im Fall einer Insolvenz dieser Betrag in „Gefahr“. Selbstverständlich werden auch solche Szenarien abgesichert – eine Berücksichtigung sollte es dennoch finden. Die im Vergleich attraktivere Managementgebühr ist nicht immer das ausschlaggebende Argument.

ETF erfolgreich nutzen

Gerade für den Aufbau einer Position in einem Gesamtmarkt mit mehreren Teilkäufen ist der ETF ein ideales und transparentes Instrument. Dies muss im Rahmen der Diversifikation oder im Swingtrading (siehe auch gleichnamigen Artikel Swingtrading) unbedingt genutzt werden. So verwundert es nicht, dass immer mehr Sparpläne sich dem Thema ETF widmen. Doch Vorsicht: nicht jeder Bankberater spricht über das Instrument ETF. Im Hinterkopf vieler Berater steht schließlich die Provision, aber das ist ein anderes Thema. Fragen Sie dennoch nach!

Bernecker1977 – Andreas Mueller

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