DAX-Allzeithoch aber Wochenminus

Ein Allzeithoch klingt immer bullisch. Doch in der Vorwoche schaffte es der DAX, den Wochensaldo letztlich sehr gering zu halten und die Woche sogar mit einem Minus von 0,5 Prozent abzuschliessen. Auch wenn es innerhalb der Woche Schwankungen um 300 Punkte gab, vollzog sich diese Bandbreite letztlich an nur zwei Handelstagen. Dies ist Kernpunkt der Analyse auf Basis der Charttechnik nach dem DAX-Allzeithoch aber Wochenminus.

Volatilität wegen Notenbank und Hexensabbat

Die Voraussetzungen für den Handel in der Vorwoche waren durchmischt. Einerseits war das Thema der Technologiewerte in den USA noch nachzuarbeiten und andererseits die Charttechnik weiterhin auf Kurs zu neuen Allzeithochs. So schrieb ich vor einer Woche in der Analyse DAX trotz vieler Events unverändert mit Blick auf den Langzeitchart:

…richtet sich der Blick im DAX erneut auf das Allzeithoch aus

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus - Rückblick
Vorwoche, Big Picture DAX

Nun könnte man diese Trendbewegung und auch den „Wochenkasten“ erneut fortsetzen. Zum Wochenstart sah es jedoch gar nicht danach aus. Der DAX startete wegen der „Nachwehen“ aus dem US-Technologiebereich schwächer und baute die Richtung nach unten, vom GAP weg, sogar noch aus. Unterstützend kam später die Wall Street zu Hilfe. Einmal mehr war der vorbörsliche Abgabedruck übertrieben und der Dow Jones orientierte sich recht schnell wieder an der Oberseite des Charts. Dieses Verhalten ist im Mittelfristchart sehr gut erkennbar, wenn auch nicht durch eine charttechnisch saubere Trendlinie visualisierbar. Dazu dieses Chartbild als Verweis vom Dienstag im Forum von wallstreet-online.de

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Dow Jones
Dow Jones im Langfristchart

Dieser Impuls sorgte dann auch im DAX bei den Anlegern für neues Vertrauen und erstreckte sich über den Dienstag hinweg bis tief in den Mittwoch hinein – ja, sogar bis zu einem neuen Allzeithoch im DAX! Mit 12.921 Punkten kam er damit seiner runden Marke von 13.000 Punkten erneut ein Stück näher.

Auch hier wurde die Rechnung quasi „ohne den Wirt gemacht“, wie ein altes Sprichwort sagt. Denn die Wall Street änderte abermals die Richtung, welche in Europa vorgelegt wurde. Grund dafür waren am frühen Nachmittag die schwächer als erwarteten US-Daten. Konkret sanken die Umsätze des US-Einzelhandels im Mai überraschend um 0,3 Prozent zum Vormonat und schafften damit den stärksten Rückgang seit Januar 2016.

Abgeschwächt hatte sich auch die Inflationsrate. In einer ersten Reaktion sprang der Euro zum Dollar fast genau bis zum Jahreshoch bei 1.128 an und der Goldpreis erstarkte im Gleichklang. Darauf reagierte der DAX etwas verzögert, aber dann um so heftiger. Einen Trade in Richtung Short leitete ich übrigens schon VOR den US-Daten anhand einer Trendlinie ab, wie hier nachzulesen ist:

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Trading DAX
DAX-Trade nach neuem Allzeithoch

Nach 60 Punkten Buchgewinn konnte man hier auch recht bequem den Stopp nachziehen. Um 130 Punkte fiel der DAX letztlich vom neuen Allzeithoch zurück und beendet den Handelstag recht genau an der 12.800.

Am Abend erhöhte die US-Notenbank FED dann wie von den Marktteilnehmern erwartet ihren Leitzins und sorgte damit am Donnerstag für einen erneuten Richtungswechsel. Dabei verlor der DAX alle kurz zuvor eroberten Gewinnpunkte und markierte später mit  12.620 Punkten ein neues Wochentief.

Aber auch daraus entstand letztlich kein Trend über Tage, denn am Freitag stabilisierte sich der Markt trotz großem Verfallstag wieder und beendete letztlich die Handelswoche im XETRA bei 12.752 Punkten. Dies war auch die zum Verfall anvisierte Wochenmarke. Zu dieser Marke (12.750) und dem Hexensabbat hatte ich HIER im Blog eine ausführliche Analyse verfasst ->

 

Ausblick auf kommende Handelswoche

Die Richtungslosigkeit hält weiter an. Geringe Wochenschwankungen zeugen von Unentschlossenheit an den Märkten, auch wenn es langsam Schritt für Schritt weiter nach oben geht und neue Allzeithochs generiert werden. Unter diesem „Mantel“ lässt die Marktbreite nach und auch einige Schwergewichte, insbesondere im US-Technologiebereich, ziehen nicht mehr so mit, wie noch vor wenigen Wochen.

 

Im DAX fokussiere ich mich jedoch auf die reine Charttechnik. Diese sieht im großen Bild nach wie vor positiv aus. Durch den Rücksetzer in dieser Woche wurde daran nichts geändert, sondern sogar eine Trendlinie „manifestiert“, die nun 4 Auflagepunkte bietet. Gut zu sehen im 4-Stunden-Chart:

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Trendlinie
Trendlinie im DAX manifestiert

 

Wie ich dabei konkret agiere und welche Trigger ich nutze, lesen Sie in der ausführlichen Analyse HIER ->

 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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